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28. November 2014

19. Oktober 2011

Das PaleoPrinzip 2 – unser veränderter “Lifestyle” !

Unser Lebensstil – Veränderung der Gene ?

Über Jahrmillionen Evolutionsgeschichte war es notwendig sich zu bewegen um etwas Essbares zu finden oder Wild zu erlegen. Das Verhältnis bzgl. Zeitaufwands zwischen Nahrungsbeschaffung gegenüber dem Verzehr hat sich in unserer zivilisierten Umgebung vollkommen umgekehrt. Ein Anruf genügt und der Döner, oder die Pizza wird umgehend geliefert. Selbst das kräftige Beißen bleibt uns bei heutigen Lebensmitteln weitestgehend erspart – unsere Nahrung wird immer weicher. Unser Essen nehmen wir dann noch, am besten in halb liegender Position auf dem Sofa vor dem Fernseher, oder vor dem Computer hängend, zu uns.

Aus was besteht eigentlich so eine Pizza im wesentlichen ? Weizenmehl, Käse, Tomaten – also Getreide, Milchprodukte, Nachtschattengewächse. Ausschließlich Nahrungsmittel, die der Mensch vor 50.000 Jahren nicht auf dem Speisezettel hatte ! Der Anbau von Getreide und die Milchwirtschaft existiert erst seit rund 400 Generationen = 10.000 Jahre. Das Neolithikum (die Jungsteinzeit) stellt deshalb einen markanten Wendepunkt der Menschheitsgeschichte dar. Diese Epoche wird deshalb auch als „Neolithischen Revolution“ bezeichnet.

Nehmen wir handelsübliche, in industrieller Massenproduktion standardisierte Tiefkühlprodukte wie eine Pizza zu uns, wird unser Stoffwechsel mit Konservierungsmitteln, Aromen, Geschmacksverstärkern, Stabilisatoren, uvm. konfrontiert. Die meisten von uns werden hoffen, dass dabei zumindest keine gentechnisch veränderten Zutaten zum Einsatz gekommen sind. Errungenschaften der modernen Nahrungsmittelindustrie, die ihren Anfang im Zuge der Industrialisierung vor 200 Jahren (also erst vor ca. acht Generationen) nahm. Gentechnik, Computer und EDV war dann der nächste gravierende Entwicklungsschritt, den wir als vermeintlichen “Fortschritt” empfinden. Das betrifft gerade einmal eine einzige Generation.

Dass wir vor rund 4 Mio. Jahren aus den Bäumen auf die Erde kletterten und aufrecht zu laufen begannen, ist dem gegenüber ca. 150.000 Generationen her. Über diesen enormen Zeitraum wurde unser Stoffwechsel durch die gnadenlose evolutorische Selektion kontinuierlich auf die vorherrschenden Umweltbedingungen optimiert – ansonsten wären wir ausgestorben. 99% aller Generationen der Gattung Homo lebten also einen Lebensstil, der in jeder Hinsicht im Einklang mit der Umwelt war. Den Lebensstil der Jäger und Sammler – oder besser der “Paleo-Lifestyle”.

In den vergangenen 10.000 Jahren gab der Mensch Zug um Zug sein Dasein als Jäger und Sammler auf. Stattdessen begann er damit Ackerbau und Viehzucht zu betreiben – mit weitreichenden Folgen für sich und seine Umwelt, wie sich herausstellen sollte. Mit dieser Neolithischen Revolution“, die sich über einige tausend Jahre erstreckte, also sehr langsam vollzog, fand eine gravierende Veränderung  unseres Lebensstils statt.

Je nach geographischer Region und jahreszeitlichen Aspekten, unterschieden sich Flora und Fauna, bejagbare Tieren und saisonal verfügbare pflanzlichen Nahrungsmitteln. Mit Wurzeln, Blattgemüsen, Pilzen, Nüssen und Samen, Früchten, Eiern aus Nestern und Honig hatten unsere Urahnen ein weites Spektrum an Möglichkeiten. Man geht heute davon aus, dass sich der Speisezettel damals aus rund 200 verschiedenen Nahrungsmitteln zusammensetzte.

Homo Sapiens war bevorzugt Fleischosaurier !

Archäologische Funde und Analysen, das Studium von bis heute noch ähnlich lebender Urvölkern und die Beobachtung artverwandter Tiere wie Primaten, zeigen unmissverständlich :  tierische Proteine und Fette waren in unserer Ernährungsgeschichte zentraler Baustein der Überlebensstrategie. Heute hält man sie  auch für elementar in der evolutorischen Entwicklung unseres Gehirns. Der Mensch war schon immer ein “Allesfresser” und ergänzte seine tierische Nahrung über saisonal verfügbare pflanzliche Nahrungsquellen. In schlechten Zeiten konnte man zwar auch mit pflanzlicher Nahrung überleben – tierische Nahrungsmittel wurden jedoch stets bevorzugt, pflanzliche bildeten nur eine Ergänzung. Gerade die Fähigkeit vielfältige Nahrungsquellen zu nutzen verschaffte der Gattung Homo einen nicht zu unterschätzenden Vorteil bei der Anpassung an sich ändernde Lebensbedingungen. Selbst lebensfeindliche Umgebungen wie die Arktis oder Wüsten boten ihm eine ausreichende Basis fürs Überleben.

Unser Lebenstil pass nicht mehr zu unseren Genen !

1% veränderter Lebensstil (150.000 gegenüber max. 400 Generationen) kann unsere Gene noch nicht ausreichend verändern. Mehr noch – ein anderes, noch wesentlicheres Argument ist, dass wir unsere Gene schon zu früh an unsere Nachkommen weitergeben, also noch bevor es zu  den heute typischen Zivilistionskrankheiten kommt (Rücken- und Gelenkprobleme, Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker, hohe Blutfettwerte und Insulinkonzentrationen, Glukose-Intoleranz, Diabetes, schlechte Cholesterinwerte und daraus resultierend Herzinfarkt, Gicht, Schlaganfälle, Migräne). Die Evolution “weiß” nur wenig von unseren Problemen …

 

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