25. Oktober 2011

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Das PaleoPrinzip 4 – Ackerbau und Viehzucht !

Ackerbau und Viehzucht – führt zu schlechterer Gesundheit ...

Man ging immer davon aus, dass der Wandel des Lebensstils vom Steinzeitmenschen zu Ackerbauern und Viehzüchtern mit verbesserter körperlicher Konstitution einher ging. Dies entspricht jedoch nicht den hinreichend gesicherten Erkenntnissen der Wissenschaft. Der altsteinzeitliche Jäger und Sammler war seinen sesshaften Nachkommen in vielerlei Hinsicht überlegen. Angefangen von Körpergröße und Knochendichte über die Muskulatur bis hin zur Zahngesundheit war er gesünder.

Der durchschnittliche Jäger und Sammler dürfte eine erstaunlich ausgewogene Fitness gehabt haben. Studien an heute noch lebenden Naturvölkern belegen, dass die gesamte Population einer steinzeitlichen Gemeinschaft bei heutigen breitensportlichen Wettbewerben auch untrainiert im vorderen Drittel landen würden.

Die durchschnittliche Größe eines altsteinzeitlichen europäischen männlichen Jägers und Sammlers lag bei ca. 1,80 m - er überragte damit seine viehzüchtenden und pflügenden Nachkommen um eine Kopf . Damit würde er selbst den heutigen Durchschnittsmann überragen. Wäre er nicht ständig den Gefahren seiner damaligen Umwelt (bakterielle Infektionen, die Gefahren bei der Jagd, Raubtiere, der ungenügende Schutz vor der Witterung, usw.) ausgesetzt gewesen, hätte er sogar gute Chancen gehabt, so alt zu werden, wie wir heute. Noch zu Beginn der Industrialisierung betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in England gerade einmal 30 Jahre. Der Anstieg unseres Alters ist in den letzten 200 Jahren vor allem der besseren Hygiene und der medizinischen Entwicklung zu verdanken.

Der Jäger und Sammler war rank und schlank, topfit bis ins hohe Alter und frei von “Zivilisationskrankheiten”  (schlechte Cholesterinwerte und daraus resultierend Herzinfarkt, Gicht, Schlaganfälle, Migräne, Fettsucht, Arteriosklerose, Herzkreislauferkrankungen, Osteoporose, Altersdemenz, Diabetes Typ 2, Autoimmunerkrankungen, Krebs, usw.). Allesamt Krankheiten für die schon unsere altsteinzeitlichen Vorfahren die "passenden" Gene gehabt hätten.

Besonders Adipositas (Fettleibigkeit, Fettsucht, Obesitas) ist hier zu nennen, die für den Steinzeitmenschen noch entscheidender Selektionsvorteil war. Der Mensch ist genetisch ein außerordentlich guter Futterverwerter. Wenn es in der Steinzeit Nahrung gab, musste sie über den Stoffwechsel bestmöglich verwertet werden, da nicht bekannt war, wie viele Tage man danach ggf. ohne Nahrung auskommen musste. Wir sind darauf programmiert dick zu werden. Es ist deshalb nicht besonders verwunderlich, dass unsere zivilisierte Gesellschaft heute zur Fettleibigkeit neigt. Was einst Selektionsvorteil war, wird unter den Lebensbedingungen des 21. Jahrhunderts zum Fluch.

Häufig wird das Argument angeführt, dass unsere Urahnen nicht alt genug wurden, um unsere Zivilisationskrankheiten zu bekommen. Skelettfunde und daraus mögliche Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand unserer Ahnen, sowie Studien an heute noch lebenden Jäger-und-Sammler-Populationen widersprechen dem jedoch deutlich.

Fazit : setzt man Jäger und Sammler des 21. Jahrhundert (etwa Aborigines) dem westlichen Lebensstil aus, so verschlechtert sich deren Gesundheitszustand analog der einschlägig bekannten Krankheitsbilder.

Wir sind Urmenschen in moderner Zeit ! Wie können wir deren Vorteile genießen, ohne zwangsläufig krank zu werden ?

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