28. Oktober 2011

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Das PaleoPrinzip 5 – Keine Bewegung – knurrender Magen !

Was machen wir nun heute mit Genen die aus der Steinzeit kommen ?

Die Entwicklung der Menschheit in den letzten 10.000 Jahren ist geprägt von einer sich immer rasanter öffnenden Schere zwischen genetischer Ausstattung auf der einen und Lebensstil und Umwelt auf der anderen Seite. Unsere Biologie, passt immer weniger zu unseren Lebensumständen und unserer Lebensweise.

Ist es unser Wunsch, uns die sogenannten Zivilisationskrankheiten vom Leib halten, ist es an der Zeit uns rück zu besinnen auf den Lebensstil unserer altsteinzeitlichen Vorfahren. Genau das ist die richtige Herangehensweise - der rote Faden, den Eaton, Eaton und Cordain und immer mehr seiner Kolleginnen und Kollegen vorschlagen.

Aber es dauert, bis sich gewisse Erkenntnisse durchsetzen - auch wenn sie noch so logisch sind. Geliebte geistige Trampelpfade werden ungern verlassen und zu gern hält man an als bislang als sicher geglaubtem Wissen und Denkmustern fest. Thomas Kuhn, der die Idee der Mechanismen von Paradigmenwechseln maßgeblich entwickelt hat, hat dies in seinem Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen (1969) eindrucksvoll beschrieben.

Die grundsätzliche Idee ist einfach : den Lebensstil der Jäger und Sammler unter den Errungenschaften der Moderne möglichst realistisch in Bezug auf Nahrung und körperliche Anstrengung zu simulieren.

Dazu müssen wir nun nicht dauerhaft unsere Häuser verlassen, in den Wald gehen und uns wieder in Tierfell hüllen. Es bedeutet vielmehr, die Vorteile beider Welten, die des Lebensstiles der Jäger und Sammler auf Basis der biologischen Evolution mit den positiven Errungenschaften der kulturellen und technischen Evolution zu verbinden. Könnte dies der Schlüssel zu guter körperlicher und geistiger Konstitution und Gesundheit bis ins hohe Alter sein? Wir sind persönlich, durch praktische Anwendung  sowie dem Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten, davon überzeugt !

Ein Vergleich damaliger zu heutiger Lebensweise :

Nehmen wir für folgendes Rechenbeispiel lieber gleich einen guten Sportler - sonst wäre der Vergleich doch zu niederschmetternd : wie viele Stunden durchschnittlich trainiert bspw. ein Triathlet für den Ironman auf Hawaii  in der Woche ? Nehmen wir an, es sind drei Stunden am Tag - dann käme man auf 21 Stunden pro Woche. Die Masse entsprechender Sportler dürfte eher weniger trainieren. Dazu käme noch die Bewegung im täglichen Leben, die dank überwiegend sitzender Lebensweise und kaum nennenswerter körperlicher Arbeit für die meisten eher überschaubar ausfällt. Zu überschaubar offensichtlich, was die Wohlstandsbäuche der Menschen in den Wartezimmern der Arztpraxen eindrucksvoll zeigen.

Keine Bewegung – knurrender Magen. So einfach war das damals. Wer dem genetisch nicht gewachsen war, der hatte schlechte Karten. Die Wahrscheinlichkeit, seine Gene an die nächste Generation zu vererben waren dann vergleichsweise gering. Genau auf diese Herausforderung hin wurde unser aller Genom im Zuge der Evolution also selektiert. Wenn es nötig war, musste man auch mal mit Maximalpuls vor einem Raubtier fliehen, die Beute über viele km heim tragen, oder sich tagelang durch unwegsames Gelände schlagen. Dann gab es körperliche Aktivitäten wie stundenlanges Tanzen und ausgedehnte Wanderungen im Rahmen von Verwandtenbesuchen. Dies war und ist bei noch lebenden Jägern und Sammlern die normale Dosis an Bewegung, die unsere altsteinzeitlichen Vorfahren als völlig normal betrachteten. Ihr Lebensunterhalt und ihre Lebensqualität waren damit unabdingbar verknüpft. Und sie wurden gesund alt, wenn sie von Verletzungen mit Infektionsfolgen, Unfällen, Knochenbrüchen, verschont blieben oder nicht selbst zur Beute wurden. Man kann bei unseren Vorfahren getrost davon ausgehen, dass sie weit mehr als 21 Stunden wechselnde, körperliche Belastung die Woche absolvierten und dies auch als völlig normal empfanden.

Wie sieht es heute aus ? Wer heute um die 20 Stunden mit gemäßigter Intensität in der Woche schwimmt, Fahrrad fährt, läuft und mit Gewichten trainiert, Stabilisationstraining macht und sich vereinzelt vielleicht auch mal körperlich richtig fordert, wird heute schon als Extremsportler - ja als Sonderling angesehen. Aus Sicht unserer genetischen Voraussetzungen verhält sich dieser Mensch jedoch absolut “artgerecht” !

Unser Körper verkraftet strukturell die Belastungen eines Training für körperlich extreme  Anforderungen wie den Ironman. Jeder Durchschnittsbürger der westlichen Welt muss lediglich verstehen und bereit sein zu akzeptieren, dass es “verrückt”, ja gefährlich ist, sich körperlich weniger zu fordern ! Und selbstverständlich muss man sich langsam und schrittweise an diese Dosis herantasten. Die Biologie arbeitet zwar sehr zuverlässig – aber sie arbeitet in ihrem eigenen, uns oft zu langsamen Anpassungstempo.

Also Eile mit Weile im Aufbau von "steinzeitlicher" Vitalität und Leistungsfähigkeit !

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